#Hausauflösung

Tag 26 – Der Überfall oder Wer bestimmt über Dein Leben?

#Hausauflösung Tag 26 von 86

Es war 2002 und ich war mit meinem damaligen Freund im Wohnmobil unterwegs. Wir waren auf dem Weg nach Paris und hatten auf halber Strecke halt gemacht. Wir waren also bereits irgendwo in Frankreich.

Der große Parkplatz neben der großen Autobahnraststätte war uns etwas unheimlich, doch in der Nähe war kein Campingplatz und so blieb uns nichts anderes übrig als dort zu übernachten.

Wir stellten unser Wohnmobil direkt in die Mitte des Parkplatzes ab, genau unter einer hellen Laterne. Der Platz war gut einsehbar von allen Seiten und bot so ein wenig Sicherheit. Dachten wir…

Wir krabbelten in den Alkoven, kuschelten uns zusammen und schliefen ein.

Kurze Zeit später wurden wir von heftigem Getrommel an der Wohnmobiltür geweckt. Vorsichtig kletterte mein Freund hinunter, spähte durch das Fenster und sagte überrascht: Die Polizei!

Er öffnete die Türe und einer der Polizisten fragte uns, ob uns irgendetwas fehlte.

Ich spähte von oben herunter und sah, dass meine Handtasche weg war. Sonst nichts, nur die Handtasche. Allerdings mit allen meinen Wertsachen darin, wie Telefon, Geldbeutel und damit auch Kreditkarten, etc.

Wir waren überfallen worden ohne es zu merken.

Zu unserem großen Glück – erklärten uns die französischen Polizisten – hatte ein Mann am anderen Ende des Parkplatzes den Überfall gesehen und war laut schreiend losgerannt.

Und ein noch größeres Glück hatten wir, dass genau in dem Moment eine Polizeistreife in die Tankstelle fuhr, die die flüchtenden Diebe sofort verfolgte.

In Panik schmissen die Diebe meine Handtasche auf der Autobahn aus dem Fenster und schon wenige Zeit später hatte ich alles wieder.

Doch der Schock saß dennoch tief.

Wir verbrachten die ganze Nacht auf dem Polizeirevier. Am nächsten Morgen stiegen wir wieder in unser Wohnmobil ein, doch es war uns unwohl. Es war jemand in unsere Privatspähre eingedrungen und das fühlte sich schrecklich an.

Wir saßen also da und überlegten wohl so eine halbe Stunde lang, ob wir nun weiterfahren oder umkehren sollten…

Was denkst Du haben wir gemacht?

Ja, wir sind weitergefahren, weil wir beschlossen, dass wir uns von solchen Menschen nicht den Urlaub verderben lassen. Wir gaben nicht unserer Angst nach, sondern wir fuhren weiter und erlebten noch eine wunderschöne Zeit in Paris.

Was ich daraus gelernt habe ist, dass hin und wieder schlimme Dinge passieren. Doch das sollte uns nicht davon abhalten, unserer Träume zu leben, sonst geben wir diesen schlimmen Dingen mehr Macht, als sie verdienen.

Wie viele vielleicht mitbekommen haben, ziehe ich bald in ein Wohnmobil. Nicht weil und auch nicht trotz dieser Erfahrung.

Sondern einfach, weil es ein Traum von mir ist und was immer auch geschehen mag, ich weiß ich würde irgendwann bereuen, wenn ich es nicht versucht hätte.

Dabei begleitet mich: Vertrauen. Und wunderschöne Bilder.

Ich fühle mich getragen.

In Liebe
Christina

Bild: 2002, Christina Emmer

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