Innere Dämonen

Die Schattenseite meines Lebens

Dies ist die Schattenseite meines Lebens. Kurz mal ins Licht gerückt.

Ich sitze hier in meinen WoMo und fühle mich einsam. Um mich herum ein paar wenige Menschen, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen.

Die Sonne geht langsam unter und ein kühler Wind streicht angenehm und sanft durch mein Wohnmobil. Wir stehen heute auf einem Parkplatz und vom Spielplatz nebenan dringen Kinderstimmen zu mir herüber.

Gefühlt zum 100sten Mal bin ich heute schon auf Facebook, denn hier sind Menschen mit mir in Kontakt. Ich schreibe etwas, warte auf Antwort… und sie kommt. Denn ich bin gut in dem was ich mache.

Der heutige Morgen brachte mir angenehme Stille. Der Parkplatz des Schwimmbades, auf dem auch ein paar markierte Wohnmobilplätze ausgewiesen sind, ist leer am Montag Morgen. Nur hier und da kommt und geht ein Auto.

Und doch komme ich mit meiner Arbeit nicht voran. Ich sollte ein pdf fertig stellen, keine große Sache. Doch genau diese Arbeit, die keinen Austausch braucht, lässt mich spüren, wie allein ich bin. Ich schiebe und schiebe es vor mir her.

Die Stunden vergehen. Meine Kinder sind diese Woche bei ihrem Papa, daher kann ich meinen Tag gestalten wie ich will. Es gibt keine Eile und keine Termine, niemand wartet auf mich. Niemand. Niemand fragt nach mir.

Langsam wird es düster draußen und kühler. Die angenehm kühle Luft erinnert mich daran, dass auch dieser Tag bald vorbei ist, ohne dass ich wirklich Wesentliches mit jemandem geredet hätte. „2 Semmeln bitte!“ Das war alles. Mal abgesehen von unzähligen Zeilen hier in Facebook.

Meine Stimme dankt es mir, denn ich huste noch immer. Manchmal noch sehr stark. Außer meinen Hunden kriegt das aber niemand mit und ich bin eigentlich doch auch ganz froh, dass ich das gerade niemandem zumuten muss.

Kann es das denn wirklich sein? Solte ich mir nicht doch lieber eine Wohnung suchen und irgendwo sesshaft werden? Irgendwo, wo ich dann wieder ein echtes, soziales Umfeld habe?

Und dann denke ich an all die Menschen, die in Wohnungen leben und genauso einsam sind. Ist das wirklich der wesentliche Unterschied? Und kann ich denn überhaupt so einfach zurück?

Zurück in dieses System, das ich vor über einem Jahr verlassen habe? Der Versuch diesen Winter war ja schon mal ein voller Fehlschlag gewesen. Was, wenn ich jetzt „einfach raus“ bin? Was, wenn ich nun eine Gefangene des „anders leben“ bin?

Die Kinderstimmen draußen sind nun verklungen. Die Familien sind nach Hause gegangen, finden sich in ihren Wohnungen ein und schließen ihren Tag ab. Morgen sehen sie sich vielleicht wieder, wenn die Sonne wieder scheint und die Kinder draußen spielen. Wie immer.

Doch ich… Ich bin morgen vielleicht nicht mehr da. Stehe vielleicht schon wieder woanders. Vielleicht auch nicht. Morgen ist ja Online-Workshoptag, kein guter Tag um den Standort zu wechseln. Die Familien in der Nachbarschaft wird das allerdings so oder so nicht tangieren.

Ich bin also allein. Das das allein wäre ja nicht schlimm. Ich bin sogar ganz gern allein.

Doch aus irgendeinem Grund fühle ich mich heute einsam. Wie ein streunender Hund. Sogar Strolch, der stolze, wilde Straßenhund hat am Ende ein Zuhause gefunden.

Brauche ich also doch ein Zuhause? So ganz klassisch?

An Tagen wir heute bin ich mir nicht sicher. Zum Glück gehen Tage wie heute auch vorbei und vielleicht wache ich morgen früh wieder mit dem sonst so wunderbaren Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit auf, das mich die meisten Tage in diesem „anders leben“-Leben begleitet.

***
Und jetzt verrate ich Dir noch was… weil das jetzt einfach gerade krass war…

Ich war gerade an dieser Stelle des Textes angelangt, also vor den Sternchen, da bekam ich wieder einen Hustenanfall. Und zum ersten Mal seit ich nun mit diesem Keuchhusten kämpfe, musste ich mich wirklich dabei erbrechen. Und zwar so richtig!

Bestimmt nur ein Zufall! 😉😎😂😂
Ich setze also fort:
***

Manchmal, da muss man sich halt einfach mal so richtig auskotzen! 😄🤮😄

Es ist jetzt fast dunkel draußen. Ein paar letzte Autotüren schlagen zu. Dann wird es still. Niemand hat bemerkt, dass ich gerade über der Kloschlüssel hing und niemand hat mir die Haare gehalten.

Ja, ich finde, ich darf mich heute einsam fühlen. Wenngleich ich weiß, dass Ihr hier auf Facebook jetzt gerade an mich denkt. Zumindest bist dieser Beitrag zu Ende ist.

Wir hören uns!
Alles Liebe
Christina

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